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Autor Thema: Eine Zusammenkunft von Katholiken und Protestanten?  (Gelesen 2761 mal)
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towmac
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« am: 23. Januar 2007, 00:15:53 »



Das Christentum ist die mit Abstand größte Religion der Welt. 2,1 Milliarden Anhänger. Das entspricht in etwa 30% der Weltbevölkerung. Diese Sätze mögen sehr beeindruckend klingen und vielleicht sind sie es auch. Jedoch kommt in Ihnen nicht zum Ausdruck, dass das Christentum gespalten ist. Tief gespalten.

Neben den Katholiken und Luthers Protestanten gibt es noch einige weitere großen Gruppen innerhalb der Kirche. Da wäre die anglikanische Kirchengemeinschaft in England, die orthodoxen Kirchen im Osten, die koptische Kirche, die syrisch-orthodoxe sowie die assyrische Kirche, die neuapostolische Kirche und die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage um nur einige zu nennen.

Die Spaltungen der Christenheit sind tief und wir sind weit davon entfernt eine Vereinigung zu erlangen. Doch genau das ist möglicherweise das Kern-Problem. Keiner glaubt mehr daran, dass sich die Religionen wieder vereinigen könnten. Sollte jedoch nicht ausgerechnet der Glaube lehren, dass man Unmögliches versuchen muss um Mögliches zu erreichen?

Wert wäre es allemal. Wie immer kommt eine Trennung oder Spaltung nicht allein. Mit ihr kommt auch immer ein Stärke- und Machtverlust. Doch genau das ist es, was wir im 21. Jahrhundert brauchen. In einem Jahrhundert, welches geprägt ist von einer tief verwurzelten Sinnlosigkeit, einer unbeschreiblichen Zerstörung der Natur, einer Entfernung von moralischen Grundsätzen und Tugenden, einer Gesellschaft welche nur aus freiem Wettbewerb besteht. Die Menschen brauchen eine moralische Instanz.

Diese könnte jedoch nur entstehen, wenn man es schaffen würde, die Konfessionen wieder aneinander näher zu bringen.

Frage:
Die Spaltungen der Christenheit haben zu ernst zu nehmenden Krisen geführt. Die evangelische Kirche steht vor einem Richtungswechsel. Ist eine Annäherung der Konfessionen nach 500 Jahren möglich? Wenn nein, was genau ist der Grund?
« Letzte Änderung: 06. April 2007, 21:01:04 von towmac » Gespeichert

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« Antwort #1 am: 01. Februar 2007, 20:55:47 »

wenn man jedoch die Confessio Augustana und den Katechismus der katholischen Kirche sich anschaut, stellt man fest, dass sie zwar auch Gemeinsamkeiten haben, aber auch bestimmt zehnmal so viele Unterschiede. diese Unterschiede kann man nicht beheben.
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Locke
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« Antwort #2 am: 02. Februar 2007, 23:01:27 »

Welche Unterschiede wären da beispielsweise? Was ist so unüberwindbar? Verlegen
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matondo
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« Antwort #3 am: 03. Februar 2007, 17:18:05 »

das problem ist,dass den menschen in der religion die dogmatik wichtiger ist als der glaube. es geht nicht um den gemeinsamen gott,sondrn wie man ihn anzubeten hat und weshalb. ich als laie,finde,dass es irgendwie im widerspruch zu gottes erbamen steht. es müsste "ihm" ja demnach egal sein wie man an ihn glaubt,wichtig ist "ihm" nur,dass man es tut.

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sophia
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So seh ich nicht aus ;-)


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« Antwort #4 am: 04. Februar 2007, 04:18:19 »

das problem ist,dass den menschen in der religion die dogmatik wichtiger ist als der glaube. es geht nicht um den gemeinsamen gott,sondrn wie man ihn anzubeten hat und weshalb. ich als laie,finde,dass es irgendwie im widerspruch zu gottes erbamen steht. es müsste "ihm" ja demnach egal sein wie man an ihn glaubt,wichtig ist "ihm" nur,dass man es tut.


Beim Ersten würde ich dir teils zustimmen. Der Glaube sollte der Kern sein und auch der Punkt, an dem sich die Konfessionen treffen und auf welchem sie aufbauen sollten.

Jedoch ist der zweite Punkt etwas problematischer: "Gottes Erbarmen" zu definieren und daraus Schlüsse zu ziehen. Wenn man deiner Argumentation folge leisten würde, hieße es, auch sagen zu können: "Es müsse ihm ja egal sein, ob du glaubst, wenn er so barmherzig ist".

Ist ein ähnliches Problem wie mit missverstandener Toleranz. Gottes Erbarmen wird hier denke ich falsch verstanden. Es geht hier darum, dass wenn jemand seine Sündern "wirklich" bereut, sie ihm vergeben werden können, da Gott barmherzig ist. Das heisst jedoch nicht, dass Gott alles tolerieren muss / sollte. Gemäß des Alten-Testaments aber auch denke ich des Neuens ist es nämlich durchaus wichtig, "wie" man glaubt.

Und da denke ich spalten sich die Meinungen, aufgrund von unterschiedlichen Interpretationen.
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Toleranz ist das unbehagliche Gefühl, der andere könnte am Ende doch recht haben.
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« Antwort #5 am: 05. Februar 2007, 01:10:54 »

Ich würde mal behaupten, wie man glaubt ist praktisch keine Frage der Konfession, sondern hängt ganz von dem einzelnen Menschen ab. Ob jemand nun katholisch oder protestantisch getauft ist hängt eigentlich nicht von ihm selbst ab, sondern von der Konfession seiner Eltern. Im Endeffekt betrachte ich Protestantismus und Katholizismus als ein rein regionales Phänomen - zumindest was Deutschland betrifft. Schaff den Papst ab und es gibt keine Unterschiede mehr.

Zugegeben: Wenn man zB nach Südamerika fährt (aber auch schon ein bisschen in Ländern wie Spanien oder Italien) trifft man dort auf eine sehr andere Form des Umgangs mit dem Christentum. Per Taufschein sind die Leute dort katholisch, de facto haben sie mit hiesigen Katholiken genausoviel/wenig gemein wie mit Protestanten.
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towmac
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« Antwort #6 am: 06. Februar 2007, 01:31:01 »

Nun ja, nicht der Papst alleine ist es, welcher die Katholiken von den Protestanten trennt. Es gibt noch weit mehr. Angefangen von den Sakramenten (Beichte, Kommunion, Firmung etc), der Bedeutung der Heiligen, Bedeutung Maria's, Art und Form des Gottesdienstes, Rolle des Priesters, allgemeine Organisation, Gebote und so weiter.

Man könnte es fast so zusammenfassen: Die Protestanten sind weit liberaler. Konsequenzen davon kann man jedoch leider aktuell sehen. Innerhalb von 10 Jahren werden voraussichtlich nur noch 66% der heutigen Protestanten übrig sein. Davon sind im Schnitt 10% religiös, der Rest wie bereits oben gesagt nur auf dem Papier protestantisch. Dieses lockere sich von nichts abzugrenzen, nichts klar zu definieren, hat einen Preis.

Das die Katholiken in Afrika doch "etwas" anders ist, ist natürlich absolut richtig. Grund hierfür ist allen vorran, dass dort viele Einflüsse aus der dortigen Tradition (voodoo u.a.) das Christentum stark geprägt haben.

Trotz allem gibt es aufjedenfall große und essentielle Unterschiede zwischen beiden Konfessionen.
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« Antwort #7 am: 12. Februar 2007, 00:24:21 »

ich denke auch, dass an allererster stelle der gemeinsame gott stehen sollte.
und das auch im verhältnis der religionen untereinander, denn stünde das immer im vordergrund, gäbe es wohl auch weit weniger spannungen zwischen christen und muslimen. aber dass es riesige unterschiede auch gerade zwischen diesen beiden religionen gibt, ist natürlich nicht abzustreiten.
einen großen teil des unverständnisses der katholiken gegenüber den protestanten und natürlich auch genauso umgekehrt hat die ursache, dass man zu wenig übereinander weiß. man spricht nicht genug miteinander. denn wo gibt es denn noch wirklichen interkonfessionellen austausch? das meiste spielt sich innerhalb der religionsrichtung ab. ich denke schon, dass die unterschiede teilweiße sehr groß sind, aber doch nicht so unüberwindbar, dass man in den wichtigen dingen nicht als "eine kirche" spreche kann, oder? man muss sich ja gegenseitig nicht überzeugen, können die unterschiede nicht einfach "stehen gelassen werden"? und nach außen hin und bei grundlegendem trotzdem als "ganzes" und als "die christen" sprechen?
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towmac
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« Antwort #8 am: 13. Februar 2007, 02:40:18 »

Da hast du wohl Recht...

Man hört oft von Protestanten "schlechtes" über Katholiken und umgekehrt. Aber tatsächlich weiss kaum jemand über den anderen, und oft gar über sich selbst, Bescheid. Man hat paar Klichés, die werden gerne gesagt, aber wirklich Ahnung wovon man da redet, hat nahezu keiner. Das erschwärt das Ganze natürlich um einiges, obwohl es sicherlich oft der Fall ist, dass sich mittlerweile Katholiken und Protestanten näher sind, als sie glauben.

Nun ja, da muss man mal wohl etwas Klarheit schaffen.
Welche "offiziellen Unterschiede" gibts? Ehe ich drauf eingehen will, will ich erstmal wissen, ob ich selbst paar vergessen habe ^^

1. Papst
2. Rolle Marias
3. Rolle der Heiligen
4. Sakramente (insb. Beichte)
5. Kirche / Gottesdienst
6. Organisiation, Pfarrer
7. Rolle der Frau
8. Ehe / Sex

Gibts noch weitere wesentliche Sachen?

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« Antwort #9 am: 16. Februar 2007, 00:32:48 »

das ist eine gute Idee, einfach mal über diese "unüberwindlichen" unterschiede zu sprechen.
also, mir fallen da jetzt auch keine weiteren "niedergeschriebenen" unterschiede ein.
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