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Autor Thema: Die Verfassung "Altes Testament"  (Gelesen 1096 mal)
0 Mitglieder und 4 Gäste betrachten dieses Thema.
LuckyLuca
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« am: 19. Februar 2007, 16:43:25 »

Jeder kennt die zehn Gebote, die im alten Testament zu finden sind: Eine Reihe von "du sollst"s. Ungefähr so verhält es sich auch mit dem Rest des alten Testaments, in dem sich insgesamt 613 Regeln und Verbote darüber finden lassen, was man machen soll und wie man es tun soll.
Zitat
In den ersten dreihundert Regeln scheinen also ein Moralkodex plus ein präexistentes GG, BGB und StGB auf. Der Rest beschäftigt sich mit Ritual und Religion, mit Tempel- und Gottesdienst, bis in die allerfeinsten Verästelungen. Aber auch mit der Fruchtfolge auf dem Acker, dem Kriegsrecht (das seinerzeit nicht ganz den Genfer Konventionen entsprach) und der Machtbegrenzung des Monarchen. Interessant für den modernen Menschen: Nicht nur ist Götzendienst tabu, verboten sind auch Zauberei, Astrologie und Geisterbefragung. Und so weiter bis zur Nummer 613.
zitiert aus diesem Artikel (sehr lesenswert):
http://www.zeit.de/2007/08/Religion-Himmel

Man kann die heilige Schrisft des Judentums also als eine Art Verfassung ansehen. Diese Erkenntnis macht den jüdischen Glauben für mich viel verständlicher. Vor allem kann man so einsehen, warum sich Juden selbst als 'Volk' bezeichnen und einen säkulären jüdischen Staat gründen können.

Das Judentum ist demnach eine sehr pragmatische Form der Religion. Das ist mir sehr sympathisch Smiley
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matondo
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« Antwort #1 am: 19. Februar 2007, 20:38:56 »

Ich glaube,dass die jüdische Religion dir nicht mehr so toll vorkommt,wenn du nach Mea She'Arim (Stadtteil von Jerusalem) dort Leben orthodoxe Juden streng nach diesen Gesetzen. Frauen haben dort nicht sooo viel zu sagen. Zwinkernd Darüberhinaus darf Man(n) keine andere Frau als seine Ehefrau anfassen.
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towmac
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« Antwort #2 am: 21. Februar 2007, 00:37:20 »

So, habs jetzt mal gelesen.

Hast Recht, sehr interessanter Artikel. Nur irgendwie steht er im Kontrast zu meinen eigenen Erfahrungen, die ich vor einem halben Jahr gemacht habe ^^ Dort dachte ich mir doch einfach mal Genesis bis Levitikus durch zu lesen und viel darüber nach zu denken.

In der Tat, die ersten 5 Bücher Mose bestehen neben vielen Geschichten aus 613 Regeln. Doch bei diesen Regeln dachte ich nicht im Entferntesten an eine Verfassung. Es ging um Kleinigkeiten, Pingeligkeit, was wie wann wo gegegessen, gewaschen usw. gemacht werden sollte, ohne jetzt einen mir erkennbaren Vernunft Gedanken.

Das Wesentliche fand ich ging stark in den Hintergrund.

 Neben den Regeln, die in der Tat für das gemeine Miteinanderleben notwendig sind und die ich auch gut fand, gab es sehr viele Szenen die mich etwas verwundert haben.

So geht es u.a. darum, dass 2 Töchter ihren Vater betrunken machen und dann nacheinander mit ihm schlafen, um schwanger zu werden, weil es niemand anderes erreichbares gibt. Bisher kam ich noch nicht ganz an die metaphorische Bedeutung solcher Geschichten. Oder eine Geschichte, wo 2 Männer eine ganze Stadt niedermetzeln, weil die Bewohner sich an die Frau des einen ran gemacht haben, weil sie nicht wussten, dass sie vergeben ist. Wenn so Szenen verurteilt werden würden - ok. Aber vielmehr hatte ich persönlich den Eindruck, dass das alles komplett neutral ohne jegliche Beurteilung dargelegt wurde. Von dieser Sorte gibt es sehr viele Geschichten. Will mich jetzt auch nicht zu weit aus dem Fenster lernen - ich habe nicht das komplette alte Testament gelesen und insofern vlt aufgrund des fehlenden Kontexts die Zusammenhänge nicht erkannt - kann mich also auch durch aus irren.

Also das alte Testament ist mir im Vergleich zum neuen Testament "noch" weitaus verfremdlich.

Im obigen Artikel wird das alles sehr einseitig beschrieben und es wird versucht, die Jüdische Religion teils über den Islam oder das Christentum zu stellen, indem der angebliche Pragmatismus in den Vordergrund gestellt wird. Wurde bestimmt von einem Juden geschrieben und ich kann vielen der aufgestellten Thesen nicht zustimmen :-)
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