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Autor Thema: Spartanische Erziehung - Erstrebenswert?  (Gelesen 13491 mal)
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« am: 17. Februar 2007, 02:27:27 »

Freigeist Artikel:


Die spartanische Erziehung der Griechen und die römische Erziehung: Vielleicht gar nicht so verkehrt?

Die spartanische Erziehung ist geprägt von Härte, Disziplin und strengen Richtlinien. Auch die römische Erziehung der Kinder und Jugendlichen ist alles andere, als ein nette Vergnügungsreise, bis zum Erwachsenwerden, wie wir es häufig von heute gewöhnt sind.
Die Kinder rauchen mit 11 ihre ersten Zigaretten, erleben mit 13 ihren ersten Vollrausch und das erste Mal. Viele lassen die Schule schleifen oder schwänzen den Unterricht, hängen zu Hause rum, schauen fern oder spielen Computer. Sie kennen jedes kleinste Detail der Jungs von Tokio Hotel, aber kennen die Bundesländer Deutschlands nicht, geschweige denn haben sie jegliche Ahnung von momentanen, politischen Ereignissen oder Führungskräften.
Ihr Wortschatz setzt sich aus unzähligen Schimpfwörtern zusammen, von denen sie auch tüchtig in ihrem Alltag und gegenüber ihrer Mitmenschen Gebrauch nehmen. 11- jährige haben keine Scheu davor einen 30- jährigen anzupöbeln und der Respekt vor Lehrern oder den Eltern ist gänzlich flöten gegangen. Das Weltgeschehen zieht vollkommen an ihnen vorüber, was zählt ist: "Ich scheiß drauf, was andere Leute sagen!" oder auch "I live ma own life" (man achte hier auf die besonders lässige Schreibweise). Die, sich beinahe überschlagenden, Liebesgefühle gegenüber Freunden ("Lüb u so much, sweetie"), kann auch ganz schnell in "Ey ich hasse dich, zu Fotze umschlagen." (Bei Jungs wird das "Fotze" selbstverständlich durch ein "Missgeburt" ersetzt.).
Wo soll das alles enden? Selbstverständlich gibt es auch andere Jugendliche und sich normal verhaltende Kinder, aber die, die eben genau das Gegenteil darstellen, sind wohlmnöglich genug. Wären hier nicht also durchgreifende Erziehungsmaßnahmen angebracht, wie die griechische, spartanische oder die stenge, römische?
Solchen Jugendlichen würde somit gezeigt, was es heißt diszipliniert und ausdauernd zu lernen- und das nicht nur im geistigen Sinne. Die römische Erziehung legte auch großen Wert auf sportliche und abhärtende, körperliche Ertüchtigungen, wozu beispielsweise das Ausharren in Eiseskälte oder das Schwimmen entgegen der Strömung eines reißenden Flusses gehörten. Den Jugendlichen würde auf strengste Weise die Wichtigkeit von Pünktlichkeit, Respekt und Gehorsamkeit, eingetrichtert werden, wie es die spartanische Erziehung zu tun pflegte.

Wie wäre also der Vorschlag solche Jugendlichen derartig zwangszuerziehen? Vielleicht würden sie so aus ihrer eingeschränkten, ignoranten Gedankenwelt geholt und die Realität verfrachtet werden.
 


Wie sollte man seine Kinder erziehen? Viele Jugendliche werden immer respektloser. Tugenden scheinen verloren zu gehen. Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Disziplin, angemeßenes Verhalten - gibt es lange nicht mehr.

Was sollte man tun? Seine eigenen Kinder wieder strenger erziehen? Oder einen
anderen Weg versuchen? Haben es die Spartaner richtig gemacht?
« Letzte Änderung: 06. April 2007, 20:58:45 von towmac » Gespeichert
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« Antwort #1 am: 17. Februar 2007, 02:55:52 »

Nun ja, ich denke, natürlich sollte man sie mit viel Liebe und Zuneigung erziehen. Trotzdem würde ich meinen Kindern auch klar ihre Grenzen zeigen und sie zur Selbstständigkeit bringen. Sie sollen selbst in der Lage sein, auf sich aufpassen zu können, auf andere aufpassen zu können, um sich selbst zu sorgen etc. .

Wenn ich etwas überhaupt nicht mag, sind es so richtig bemutterte Kinder, die immer alles bekommen was sie wollen.

Ich kriege nie was :-/ Aber nun ja, so habe ich aber gelernt, auf mich selbst zu achten und auf eigenen Füßen zu stehen.

Trotzdem muss man natürlich klare Grenzen haben. Man darf seine Kinder NIE schlagen oder beleidigen.
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« Antwort #2 am: 19. Februar 2007, 16:29:23 »

Es gab schon Leute, die nicht nur mit dem Gedanken gespielt haben, die Erziehungsmethoden Spartas in die Neuzeit zu importieren. Einer der nicht nur mit dem Gedanken gespielt hat, sondern ihn in der HJ verwirklicht hat, war Hitler.

Diese Disziplin-Erziehung ist nichts anderes als die Ausbildung zum Soldaten, der von oben seine Befehle erhält und sie nach unten ausführt. Dass sie in Diktaturen führt weiß wohl jeder hier. Ich glaube nicht, dass wir unsere Demokratie dafür opfern wollen oder müssen.
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« Antwort #3 am: 21. Februar 2007, 00:52:12 »

Nana das ja natürlich nicht damit gemeint. Von einem 2. Napola redet ja keiner.

Geht vielmehr drum, dass man auch nicht das Gegenteil anstreben sollte. Also eine Ausbildung ohne jegliche Disziplinvermittlung und Pflichten. Als Grund muss man sich nur die ganzen sozialen Brennpunkte anschauen, von denen ja in letzten Jahren glücklicherweise viel berichtet wurde!

Aus einem eben gelesenen Artikel:
Zitat
Und Bueb zieht bedauernd das Fazit: "Die Kunst der Erziehung haben wir verlernt. Es gibt keinen Konsens mehr darüber, wie man Kinder und Jugendliche erzieht, mit der fatalen Folge, dass viele Eltern verunsichert sind. An dieser Unsicherheit leiden Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen." Allerdings liegt es eindeutig bei den Erwachsenen, diese verhängnisvolle Tendenz zu wenden.

Quelle: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/24637/1.html

Find ich passend ^^
« Letzte Änderung: 21. Februar 2007, 01:23:30 von towmac » Gespeichert

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« Antwort #4 am: 24. Februar 2007, 15:35:25 »

Bueb ist ein unwissenschaftlicher, naja, lieber nicht fluchen - bin ja erzogen  Augen rollen

Zitat
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Nun, vor allem sollte man nicht BILD-mäßig von "aktuellen" Superlativen reden.
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« Antwort #5 am: 28. Februar 2007, 00:42:06 »

Bueb ist ein unwissenschaftlicher, naja, lieber nicht fluchen - bin ja erzogen  Augen rollen

Zitat
Viele Jugendliche werden immer respektloser. Tugenden scheinen verloren zu gehen. Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Disziplin, angemeßenes Verhalten - gibt es lange nicht mehr.

Nun, vor allem sollte man nicht BILD-mäßig von "aktuellen" Superlativen reden.
Solche Meinungen sind nicht neu, und werden kaum richtiger.

Dann stell sie doch richtig. Wer mit dem Kopf schütteln kann sollte einen Kopf haben :-)
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« Antwort #6 am: 01. März 2007, 01:04:44 »

Ich denke, dass diese Ideen der falsche Ansatz sind. Kinder werden "gelungene" Erwachsene, wenn man sie gleichberechtigt erzieht. Natürlich weiß ich nicht, was für ein Mensch aus mir geworden wäre, hätte man mich immer "diszipliniert", aber ich habe es immer sehr genossen, als gleichwertiger Gesprächspartner mit am Tisch zu sitzen, mit diskutieren zu dürfen und ernst genommen zu werden. Den Regeln z. B. des Gesprächs habe ich mich dann automatisch gebeugt, schließlich war ich dankbar für das Privileg und wollte es mir erhalten. Und aus den anderen Kinderladen-Kindern, d. h. "antiautoritär" - in Maßen - erzogenen Kindern, die ich kenne, ist auch "was geworden".
Man muss sich auch fragen, was für ein Mensch das Kind werden soll. was ist wichtiger, Disziplin und Obrigkeitshörigkeit oder Individualität und Reflektion?
Das mit den sozialen Brennpunkten ist ein unsinniges Argument, weil es eine falsche Kausalität zugrunde legen will: Aber Kindern aus solchen Elternhäusern fehlt ja nicht nur Disziplin. Vielmehr - und viel wichtiger - fehlen ihnen Liebe und Geborgenheit, Nähe, das Vorleben einer geordneten Welt, von moralischen Maßstäben, Sicherheit, Verlässlichkeit, das Etablieren eines Über-Ichs in den ersten Jahren. Dafür braucht man nicht Disziplin, sondern reife, gesunde Menschen als Eltern.
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« Antwort #7 am: 09. März 2007, 01:02:41 »

Ist sicherlich richtig, dass dort viele weitere Faktoren eine Rolle spielen, wie bspw. die Liebe und Geborgenheit der Eltern, das familiäre Umfeld usw.

Das heißt, du vertrittst die These, dass man alle Kinder unter gewissen Bedingungen auch als Gleichberechtige erziehen sollte? Also, dass diese Methode - wie ja bei dir :-) - bei allen funktionieren würde?
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